Global denken, Global handeln

Seit fünf Jahren arbeiten die Sparkasse OÖ und das Mühlviertler Entsorgungsunternehmen Zellinger zusammen. Akzente setzen beide Firmen mit regionaler Wertschöpfung, sozialer Verantwortung und E-Mobilität.
Seit mittlerweile vier Generationen ist das Familienunter nehmen Zellinger aus Walding (Bezirk Urfahr-Umgebung) in den Bereichen Abfallwirtschaft, Transporte und Baggerungen tätig. 130 Mitarbeiter stehen täglich für die Kunden aus ganz Oberösterreich im Dienste der Umwelt im Einsatz.
Das Mühlviertler Unternehmen ist dabei ein starker Partner für Betriebe und Menschen in der Region – und vertraut in finanziellen Fragen seit vielen Jahren auf die Partnerschaft mit der Sparkasse OÖ. Der Ansatz ist dabei bei beiden Traditionsbetrieben identisch: nachhaltige Kundenlösungen schaffen für eine positive Zukunft in der Region und Oberösterreich, wie Geschäftsführer Jürgen Humer-Zellinger, Prokurist Martin Ehrensperger und Manuel Molnar, Vorstandsdirektor CSO der Sparkasse OÖ, im Interview betonen.
Alle reden über Regionalität. Was macht Regionalität Ihrer Meinung nach aus und woran erkennt man bei Ihren Unternehmen regionales Handeln?
JÜRGEN HUMER-ZELLINGER: Regionalität ist ein oft verwendeter und fast schon strapazierter Begriff. Wir leben diese Regionalität auch tatsächlich, als Familienunternehmen mit 70jähriger Firmengeschichte. Genau genommen hat der Urgroßvater meiner Gattin sogar schon vor hundert Jahren, also 1925, begonnen, mit Pferdefuhrwer ken Sachen zu transportieren. Wir sind also schon seit vier Generationen hier im Bezirk, hier im Mühlviertel unter nehmerisch tätig, haben unsere Spuren hinterlassen und sind hier verwurzelt. Das betrifft unsere sozialen Aktivitäten und Sponsorings genauso wie die wirtschaftliche Wertschöpfung als regionaler Versorger.
MANUEL MOLNAR: Bei der Sparkasse OÖ steckt die Regionalität schon im Namen, nämlich Regionalbank. Wir sind in Oberösterreich verwurzelt und erfüllen seit 175 Jahren den Auftrag, in der Region Wohlstand zu schaffen. Wir sind zwar kein klassisches Familienunternehmen, denken aber sehr ähnlich. Etwa, dass wir bei Entscheidungen nicht auf kurzfristigen Gewinn aus sind, sondern an nachhaltige Chancen denken. Und wir führen Geschäftsbeziehungen auf Augenhöhe.
Vermutlich spielen dann auch Vertrauen und Handschlagqualität in diesen eine Rolle.
HUMER-ZELLINGER: Genau. Und übrigens haben wir nicht nur als Unter nehmen mit der Sparkasse OÖ eine Geschäftsbeziehung. Ich bin privat Zeit meines Lebens Kunde, also seit 51 Jahren (lacht).
EHRENSPERGER: Bei unseren Geschäftsbeziehungen mit der Sparkasse OÖ geht es um Volumina bei den Investitionen im siebenstelligen Bereich. Das funktioniert nur, wenn das Vertrauen da ist – und es funktioniert sehr gut. Denn eine Bank muss ja auch verstehen, wie das jeweilige Geschäftsmodell des Kunden funktioniert und wie die Branche tickt. Wir haben gemerkt, dass dies im Falle der Sparkasse OÖ genauso ist.
Stichwort Regionalität. Da stößt man doch an Wachstumsgrenzen. Das kann doch nicht gut sein, oder doch?
HUMER-ZELLINGER: Ich denke hier an den Spruch: Think global, act local. In unseren Visionen und unserem Be streben ist uns das große Ganze schon wichtig. Aber wir verstehen uns als lo kaler Dienstleister und Entsorger. Uns ist es wichtiger, dass wir nachhaltige Spuren hinterlassen und Akzente set zen. Und wir denken eben global. Nicht umsonst haben wir Mitarbeiter aus 18 verschiedenen Herkunftsländern bei uns beschäftigt.
EHRENSPERGER: Da merkt man auch, wie wir global denken. Und da wir auch in der Transportbranche tätig sind, er gibt es auch mehr Sinn, wenn wir regional agieren. Das bedeutet kürzere Wege und geringerer CO2Ausstoß und somit nachhaltigeres Wirtschaften.
MOLNAR: Wachstum und Regionalität schließen einander nicht zwingend aus. Wir sind in der Region wirksam und hier hinterlassen wir unsere Fußabdrücke als Sparkasse OÖ. Wir arbeiten hier intensiv mit unseren Kunden zusammen und gestalten somit aktiv die Zukunft. Und das Wort Region wird ja oft sehr unterschiedlich definiert.
Stichwort Erfolg. Wie definieren Sie den?
MOLNAR: Die Basis sind motivierte und zufriedene Mitarbeiter. Die auch verstehen, wofür das eigene Unterneh men steht und was das Unternehmen auszeichnet. Dann kommt der Erfolg von selbst.
HUMER-ZELLINGER: Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Erfolg viel damit zu tun hat, welchen Sinn ein Unter nehmen stiftet. Welchen Mehrwert das Unternehmen – vor allem in der Re gion – den Menschen bietet. Ich meine, wir als Familienunternehmen Zellinger sind hier in der Abfallwirtschaft, im Recyclinggeschäft auch deshalb so erfolgreich, weil wir nahbar und nach haltig agieren.
Aber auch Nachhaltigkeit ist ein oft strapazierter Begriff aus Marketingfoldern.
HUMER-ZELLINGER: Das stimmt schon, aber wir definieren diesen Begriff schon umfassender. Es ist ja nicht nur Umweltschutz.
MOLNAR: Soziale Verantwortung gehört genauso dazu sowie eine regionale Verankerung; beispielsweise mittels Sponsorings von Kultur oder Sport vereinen. Oder auch, dass unser Fuhrpark vollelektrisch ist. Wir gehen auch beim Umbau unseres Stammhauses in Linz nachhaltige Wege.
EHRENSPERGER: Es geht um das große Ganze und man darf dabei die Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht lassen. Denn nur, wenn man erfolgreich ist, kann man investieren – beispielsweise in ressourcenschonende, saubere Mobilität.
Da setzt ja die Firma Zellinger auf E-Mobilität bei den Presswägen.
HUMER-ZELLINGER: Und das schon seit vielen Jahren. Da sind wir österreichweit Pioniere gewesen.
EHRENSPERGER: Dieses Projekt haben wir mit der Sparkasse Oberösterreich umgesetzt und sind rundum zufrieden. Ein großer Vorteil ist, dass wir den notwendigen Ökostrom zu hundert Prozent selbst in unserem ÖkoPark produzieren.
MOLNAR: Wir waren von dem Konzept überzeugt und ich bin froh, dass wir diesen Weg gemeinsam eingeschlagen haben.
